Gottesacker

Der Friedhof, der auch Gottesacker genannt wird, fällt durch seine besondere Schlichtheit auf. Die gleichförmigen, liegenden Grabsteine enthalten als Inschrift nur den Namen des Toten, sein Geburts- und Sterbedatum und einen Vers. Der Friedhof hat eine Brüder- und eine Schwesterseite, Ehe- und Familiengräber gibt es nicht. Die Gräber werden nicht individuell bepflanzt. Der Friedhof ist von Hecken gesäumt und mit Bäumen bestanden. Der Gottesacker zählt zu den liturgischen Räumen der Gemeinde. So wird hier am Ostersonntag bei Sonnenaufgang die Osterliturgie gefeiert.

Das erste und älteste Grab auf dem Gottesacker in Neudietendorf stammt aus dem Jahre 1743. Noch heute werden die Schwestern und Brüder der Gemeine hier begraben.

Im Frühjahr verwandelt sich der Gottesacker in ein Meer aus Frühjahrsblüten: Blausternchen, Buschwindröschen und der Hohle Lerchensporn blühen zwischen den Gräbern. Im Sommer spenden die großen, alten Bäume Schatten und lassen die Atmosphäre eines Buchenhallenwaldes mitten im Ort entstehen. Mit etwas Glück sieht man im Juni Glühwürmchen leuchtend durch die laue Sommernacht schweben.