Geschichte der Brüdergemeine in Neudietendorf

Im Jahr 1742 erwarben Mitglieder der „Böhmischen Brüder“ ein altes Rittergut mit einer dazugehörigen Siedlung am Ufer des Flüsschens Apfelstädt von dem Grafen Gotter, der dort vergeblich versucht hatte, eine Wollzeugfabrik zu etablieren. Zehn Familien ließen sich dort nieder und wollten nach dem Herrnhuter Vorbild leben. Mehrfach wurde die Gemeinschaft aufgegeben, weil es zu Unstimmigkeiten mit den lutherischen Landesherren kam. Erst 1753 gelang der nachhaltige Aufbau einer Brüdergemeine auf dem Boden des heutigen Neudietendorfes. Der erste Pfarrer konnte die Verbindung mit der Landeskirche festigen und zog mit seinen Predigten viele Menschen auch aus den Nachbarorten an. 

In den folgenden Jahren wurden sogenannte Chorhäuser für die ledigen Brüder und Schwestern gebaut, der Kirchsaal und verschiedene weitere Gebäude folgten. Noch heute ist dieser Teil des Ortes sehr von den Gebäuden der Herrnhuter Brüdergemeine geprägt.

(Quelle: „Die Kirche im Dorf“ von Johannes Kreusel, in: Neudietendorf, Herausgeber: Gemeinde Neudietendorf, Kunstverlag Gotha, 2. Auflage 1999)